Warum man nicht mit Nazis redet

Am Donnerstag, den 27.10.2016, lud der Oberbürgermeister der Stadt Bautzen Alexander Ahrens die führenden Köpfe der lokalen Neonaziszene (aus den Initiativen „Die Sachsen Demonstrationen“, „Nationale Front Bautzen“, „StreamBZ“ und „Das rechte Kollektiv BZ“) zu einem Gespräch über die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Kornmarkt ein. Dem vorangegangen waren neben rechter Demonstrationen eine rassistisch motivierte Menschenjagd von Geflüchteten [1] und ein darauffolgender Aufruf oben genannter Initiativen an Herrn Ahrens mit ihnen zu reden um „für Ruhe in der Stadt“ zu sorgen.

Wir können dazu nur sagen: Mit Menschenfeinden spricht man nicht!

Mit diesem Gespräch hat Herr Ahrens eine Plattform für diskriminierende Ideologien geboten und die Botschaft und vor allem das Handeln der Nazis und Rassisten legitimiert. Das Zeichen dieses Gesprächs ist: Das Schüren von Hass und die Ausübung von Gewalt wirkt. Dies zeigt auch, dass sich entsprechende Personenkreise nun bestätigt fühlen und mit positiven Statements rühmen. [Bild 1] „StreamBZ“ bezeichnet dieses Vorgehen als „demokratischen“ Weg Politik zu führen. Druck aufbauen durch Angst und Gewalt ist also „demokratisch“? Jetzt schon, denn Herr Ahrens signalisiert ihnen, dass es wirkt. Abgesehen davon, gab es erneut Drohungen von „StreamBZ“, dass, sollten sie ihre Ziele nicht durchsetzen können, man dazu übergehen würde „undemokratische“ Wege einzuschlagen. [Bild 2] Alles Bestreiten des Oberbürgermeisters von Bestechlichkeit kann also nur Schönreden sein. Der Druck der Nazis wirkt und Herr Ahrens macht sich zum Spielball eben jener Menschenfeinde. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch Herr Ahrens für den Respekt in der überregionalen Neonaziszene! [Bild 3]

Ihr Handeln Herr Ahrens ist ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer der rassistischen Übergriffe und für alle die sich in und um Bautzen gegen Nazis/Rassismus einsetzen. Das stellen von Aufgaben an die Nazis (Protokollieren von Auffälligkeiten in der Stadt [Bild 4]) ist eine schamlose Täter-Opfer-Umkehr und verhöhnt all Jene, welche den eigentlichen Schaden davon tragen. Dabei stellt sich doch die Frage: Wollen Sie, Herr Ahrens, denn das nächste Mal zusammen mit den Nazis Menschen durch die Stadt jagen oder verprügeln oder rassistisch beleidigen?

Hass und Gewalt ausgesetzt zu sein ist hart genug. Wenn jedoch diese Taten durch die demokratische Vertretung nicht nur geduldet sondern legitimiert und gewürdigt werden, ist das ein direkter Angriff auf die Freiheit, die Demokratie und den Verstand.

Wir ziehen schon die Gründung einer Stiftung in Erwägung, zur finanziellen Unterstützung aller solidarischen Menschen zum Wegzug aus Bautzen. Und falls Sie noch einmal über den Image-Schaden der Stadt Bautzen reden, denken Sie zurück an ihr Gespräch mit den Protagonisten der lokalen Neonaziszene, bevor Sie Ausreden oder Probleme mit Hilfe der Extremismustheorie herbei fantasieren.

Wir hoffen für Sie, Herr Ahrens, dass Sie nie wieder ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen können!

[1] – https://www.addn.me/nazis/organisierte-naziangriffe-in-bautzen/

[Bild 1] – Statement StreamBZ

[Bild 2] – Drohung StreamBZ

[Bild 3] – Brigade Halle/Saale

[Bild 4] – Statement Marco Wruck

lesenswert: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1376686689016304&id=985863644765279

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